Der Herbst hält Einzug

Man kann es nicht mehr leugnen : Der Herbst ist in Deutschland angekommen und ist ein Garant für triste, melancholische oder zumindest nachdenkliche Stimmungsbilder.

Um ehrlich zu sein, mag ich den Herbst nicht. Jeder Aspekt, den ich wettertechnisch nicht mag, wird vom Herbst vereint : Kalt, windig, regnerisch, matschig, bäh.

Andererseits stimmen mich solche Aufnahmen dann doch wieder milde :

Der Herbst hält Einzug

Auf einer Wiese in der Nähe meines Wohnortes. Früh aufstehen lohnt sich. Die Schuhe waren nach der Wanderschaft in der taubedeckten Wiese natürlich klatschnass :-)

Der Herbst hält Einzug

Gleiche Wiese – andere Pflanze. Es war wirklich ziemlich frisch an jenem Morgen, was durch die hohe Luftfeuchtigkeit nicht gerade besser wurde.

Der Herbst hält Einzug

Gewollt übertriebener HDR-Look.

Der Herbst hält Einzug

Kontrast Natur / Technik. Ich liebe die Farbe des Himmels.

Der Herbst hält Einzug

Ein kleines Bisschen Grün stemmt sich tapfer gegen den nahenden Herbst…

Der Herbst hält Einzug

… aber die Spuren sind unverkennbar :

Der Herbst hält Einzug

… das Laub wird fallen ….

Der Herbst hält Einzug

… aber Morgennebel und die schwächer werdende Sonne zaubern wundervolle Stimmungen.

Der Herbst hält Einzug

Auch hier am Augsburger Autobahnsee gelingen im Morgennebel oft hervorragende Bilder.

Der Herbst hält Einzug
Ich freue mich auf jeden Fall bereits auf den nächsten Frühling, wenn satt grüne Blätter im Morgentau glitzern und mehr Sonne, Wärme und Licht ankündigen :-)

Gardasee 2012

Eigentlich, oh, eigentlich war ja alles anders geplant.

Ein Luxus-Urlaub mit viel Faulheit, hochwertigem Ambiente und vielen lukullischen Genüssen auf einem zum Mini-Hotel umfunktionierten Weingut eines österreichischen Pärchens im Dreieck Turin – Genua – Mailand. Doch – das Wörtchen “eigentlich” deutete es bereits an – es kam anders :

Der Geburtstag meines Vaters und die damit einhergehende Feier waren nämlich angedacht und fielen zeitlich zufälligerweise genau in meinen Urlaub. Da er nicht zuhause feiern wollte, wurde einiger Aufwand investiert und ein Campingplatz am Gardasee aufgetan, der auch Hunde als Gäste akzeptiert. Habe ich bereits erwähnt, dass mein Vater und ich unsere Hunde wahnsinnig lieben und den Urlaub nicht ohne sie bestreiten wollen?

Gardasee 2012

Caro - die Schäferhündin meines Vaters

Gardasee 2012

Shira vor einer Berglandschaft an der Tankstelle in Achenkirch (AT)

Nun begab es sich, dass es äußerst schwer war, einen Campingplatz zu finden, der auch Hunde toleriert. Als eine der wenigen Möglichkeiten entschied man sich für das “Le Palme” in Lazise-Pacengo. Dort wurde nämlich mit “gemauerte Villen mit allem Komfort” geworben. Keine gute Wahl, wie sich herausstellen sollte.

Gardasee 2012

Der Empfangsbereich - sehr hübsch... ein Trugbild, wie sich herausstellen sollte.

Ich rede normalerweise nicht öffentlich oder vor Fremden schlecht über Dritte, aber dieser Campingplatz war selbst in Anbetracht der stark reduzierten Ansprüche, die man an derartige Örtlichkeiten stellt, intolerabel.

Unfreundliches Personal, ungefragte Anbringung von Werbeaufklebern auf meiner Windschutzscheibe, unsauberer Strand, Nichtvorhandensein von Klopapier in den Bungalows (gemauerte Villen war nun wirklich das falsche Wort) und Duschen, die nur über die Außentreppe erreichbar waren und die man alle 3 Sekunden betätigen musste, da einem sonst eiskaltes Wasser auf den Rücken prasselte. All das wäre ja noch irgendwie zu verschmerzen gewesen. Die hygienischen Zustände in unserem Holzkabuff (kein Bild hiervon in der ansonsten sehr gut gestalteten Broschüre) jedoch waren desolat : Sanitäranlagen waren einfach in Löcher im Linoleum-Boden installiert, Haare vom Vorgänger an manchen Stellen und zu guter Letzt Schimmel zwischen Bett und Matratze gaben uns dann doch den Rest.

Unsere verfrühte Abreise hätte fast noch in der Zuziehung der Carabineri gegipfelt, da der nette Herr vom Campingplatz 7 Nächte statt der von uns dort verbrachten 5 bezahlt haben wollte. Ansonsten, so meinte er, sollen wir doch einfach so fahren, ohne zu bezahlen – was natürlich zu einer Anzeige geführt hätte.

Doch zum Glück gab es vorwiegend Positives zu berichten – und das werde ich in Erinnerung behalten. Unsere Mitreisenden (insgesamt waren wir in wechselnder Stärke zu 12.) waren ein netter Umgang und das abendliche Grillen respektive Fleischpflanzlessen boten eine willkommene Plattform, um im Gruppenrahmen die Erlebnisse des Tages Revue passieren zu lassen. Neidische (sehr nette und äußerst höfliche) niederländische Nachbarn inklusive Gardasee 2012

Gardasee 2012

Gardasee 2012

Stillleben

Gardasee 2012

Abendliches Beisammensein - beim ein oder andern Wein.

Gardasee 2012

In der photographischen Ödnis eines Campingplatzes greift man statt nach den Sternen auch gerne mal nach Motiv-Strohhalmen :-)

Auch der Umgang mit Hunden scheint in Italien lockerer gehandhabt zu werden als in Deutschland. Außer auf dem Campingplatz, wo Leinenpflicht herrschte, schlugen uns nicht selten erfreute “Que bella!”-Rufe entgegen. Auch bei Ladenbesitzern und Restaurants wurde unser schwarzes 40-kg-”Mönsterchen” gerne gesehen und mit Leckerlies und Streicheleinheiten überhäuft Gardasee 2012

Gardasee 2012

Shira - 40 kg Liebe :-)

Gardasee 2012

Was mir in besonderer Erinnerung bleiben wird, ist der Besuch bei Diego, dem Inhaber vom “Parfum Ideal”. Um Diego adäquat vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen, sollte man versuchen, sich Cpt. Jack Sparrow mit leichten Mooshammerschen Anleihen vorzustellen. Das Ergebnis würde aber nicht annähernd die liebevoll-aufdringliche Art von Diego darstellen können. Nicht nur menschlich, sondern auch fachlich wusste Diego zu überzeugen. Die besonderen Marken, die Diego in seinem kleinen Lädchen versammelte, gehören ausnahmslos zum Besten, was die Parfumeurskunst heute zu bieten hat. Creed, Amouage und Nobile 1942 sind nur einige wenige Namen, die sich hier aneinanderreihen und den Geruchssinn mit zarten und derben Düften verführen. Männer seid gewarnt : Irgendwie versteht sich Diego blendend darauf, euren Frauen mit spielerischer Leichtigkeit binnen Minutenfrist ein halbes Monatsgehalt aus der Tasche zu ziehen! Und die haben da auch noch Freude daran Gardasee 2012

Gardasee 2012

Diego in Aktion

“Parfum Ideal” befindet sich übrigens im zauberhaften kleinen Städtchen Peschiera del Garda, in welchem der Tourismus zwar schon den ein oder anderen Euro bewegt, aber noch nicht zur Haupteinnahmequelle verkommen ist. Dort und in Malcesine habe ich die meisten Städtebilder gefertigt.

Gardasee 2012

Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges in Peschiera del Garda.

Gardasee 2012

Sehr entgegen kam mir in diesem Urlaub die Anschaffung einer neuen Kamera. Eine Spiegelreflexkamera samt hochwertigen ( = bockschweren) Wechselobjektiven im Rucksack bei 30° im Schatten durch kleine italienische Gässchen zu schleppen mag zwar wundervoll sein – aber die Vorzüge einer Kompaktkamera mit erstaunlicher Bildqualität sind dann dennoch nicht zu verachten.

Die meisten der hier zu sehenden Bilder habe ich deshalb auch mit meiner Sony RX100 gefertigt. Eine Kompaktkamera mit 20 MP, die aber nicht der Werbewirksamkeit geschuldet sind, sondern tatsächlich nutzbar sind! Schuld hieran ist das Zusammenspiel der hervorragenden Zeiss-Optik (Anfangsblende f 1.8) mit dem 1 Zoll großen Bildsensor! Auch eine Panasonic Lumix LX7 hatte ich in die Wahl gezogen – letztlich gab aber die schlankere Bauform und die besseren Bildergebnisse den Ausschlag zur teureren Sony. “Die beste Kamera ist die, die man dabei hat!” – dieses geflügelte Wort passt wie die faust aufs Auge in Bezug auf die Sony RX100 – aber ich werde noch einen separaten Artikel zu dieser tollen Kamera verfassen.

Woran ich mich auch gerne erinnere, ist der Besuch eines Steakhouses in Lazise. Das Ambiente war sehr ausgefallen und dennoch elegant-schlicht. Nur dumm, dass mir der Sinn an jenem Abend nicht nach Fleisch, sondern eher nach Pasta stand (T-Bone-Steak Overkill am Abend zuvor und sogar zum Frühstück waren einfach zu viel!). Die Teller der Anderen waren dennoch dazu geeignet, meinen Neid heraufzubeschwören Gardasee 2012

Gardasee 2012Gardasee 2012An einem einzigen Tag jedoch war uns das Wetter nicht hold und es war bewölkt und regnerisch. – Eine prima Gelegenheit, um den Gardasee einmal komplett abzufahren. Die ca. 130 km legten wir in 4:30 Std. zurück – Staus inklusive. Dennoch wurde ich mit ein paar Bildern eines kleinen Städtchens, dessen Namen ich nicht erinnere, belohnt. Ich schoss sie mit meiner RX100 von einer kleinen Aussichtsplattform.Gardasee 2012Gardasee 2012Gardasee 2012Der Gardasee selbst ist natürlich ein Naturmonument. Gesäumt von Bergen, Serpentinen und den unterschiedlichsten “Küsten”formen ist der See alleine schon eine Sehenswürdigkeit – und natürlich geben sich die Italiener alle Mühe, dem weitere Attraktionen hinzuzufügen.

Gardasee 2012

Der Gardasee in der goldenen Mitte. Ich liebe diese Schwarz-Weiß-Nachbearbeitung!

Gardasee 2012

Gardasee 2012

Erster Blick auf den Gardasee von der "Küstenstraße" am Tag der Ankunft. HDR-Aufnahme direkt aus der Kamera (Sony RX100)

Ansonsten habe ich stets versucht, das Besondere im Alltäglichen zu entdecken und sowohl in den kleinen pittoresken Städtchen, als auch auf den nicht besonders photogenen Gefilden des Campingplatzes ein paar gute Bilder zu schießen :

Gardasee 2012

Dach eines der Bungalows gegen den Nachthimmel (Sonne fast verschwunden, daher die dunkelblaue Färbung).

Gardasee 2012

Gardasee 2012

An diesem Bild gefällt mir das Zusammenspiel der rechteckigen Formen und der Unterschiedlichen Farben. Ken Rockwell - ein amerikanischer Photograph, von dem ich sehr viel halte - sagte einmal "I do not photograph people or landscapes. I just photograph colors and shapes."

Gardasee 2012

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