Weißabgleich in Lightroom

Weißabgleich in Lightroom

Weißabgleich in Lightroom – wie funktioniert das und was bringt das überhaupt? Der Weißabgleich in Lightroom (oder in eurer Kamera) kompensiert die unterschiedlichen “Lichtfarben”, denen ihr so ausgesetzt seid und versucht, den Farbstich einer Lichtquelle auszugleichen. Glühlampen strahlen nämlich ein anderes Licht aus als z.B. LED-Lampen oder Natriumdampflampen (Straßenbeleuchtung). Und genau da gehen die Probleme los! Der Weißabgleich ist nämlich bei bestimmten Lichtverhältnissen ziemlich störanfällig. Bei kleineren Abweichungen fällt das dem Betrachter nicht wirklich auf – er war ja meistens nicht vor Ort und weiß nicht, wie die Szene “in echt” aussah. Bei manchen stärkeren Abweichungen wirkt der Weißabgleich in Lightroom aber Wunder.

Wenn also der Weißabgleich eurer Kamera mal versagt hat, könnt ihr das hinterher mit einem Weißabgleich in Lightroom korrigieren… vorausgesetzt ihr photographiert im RAW-Format! Ganz, ganz wichtig! Das JPEG-Format erlaubt nur einen sehr schlechten nachträglichen Weißabgleich in Lightroom und die Resultate sehen fast immer beschissen aus.

Weißabgleich in Lightroom

Korrekter Weißabgleich : Natürliche Farben mit realistischer Anmutung des gesamten Bildes.

Weißabgleich in Lightroom

“Boah das hat in echt aber viel toller ausgesehen!” – dieser Ausruf kann viele Gründe haben. Meistens liegt es an einer falschen Belichtung (siehe “Grundlagen der Photographie”), einer fehlenden Streulichtblende… oder eben einfach an einem “falschen” Weißabgleich. Die Kamera kann natürlich nur das, was man ihr beibringt und “schätzt” gewissermaßen anhand einiger Vorgaben die Farbstimmung eines Bildes.

Weißabgleich in Lightroom

Weißabgleich – zu warm. Kann durchaus gewünscht sein – ich mag diesen orangen Look aber nicht immer.

Weißabgleich in Lightroom – Mensch : Maschine – 1:0

Das menschliche Auge – oder besser gesagt das Gehirn – kann unter fast allen Umständen einen hervorragenden Weißabgleich produzieren. Weiß erscheint weiß und weitestgehend frei von Farbstichen, obwohl eine fehlfarbene Lichtquelle das Motiv einfärbt. Eine Kamera versagt, je stärker der Farbstich ist, mit zunehmender Häufigkeit. Meist wirken Farben dann zu “kühl” (blau) oder zu “warm” (gelb). Habt ihr schonmal bei bewölktem Himmel photographiert und euch über den fahlen Look gewundert? Der Weißabgleich lässt grüßen.

Weißabgleich in Lightroom

Weißabgleich – zu kühl – brrrr! Da friert’s mich nur vom Hinschauen!

Weißabgleich in Lightroom – ganz easy!

Zum Glück sind wir dem nicht schutzlos ausgeliefert und Adobe gibt uns mit der Bildbearbeitungssoftware Lightroom ein mächtiges Tool an die Hand, um den Weißabgleich in Lightroom korrekt einzustellen.

Bevor ich hier aber lang und breit über den Weißabgleich in Lightroom labere und Screenshots mache und alles unendlich kompliziert wird, habe ich mich dazu entschieden, das Ganze zu vereinfachen und den Weißabgleich in Lightroom einfach in Videoform zu erklären. Kuckt mal rein :

Weißabgleich in Lightroom – die Essenz

  1. RAW!
  2. Entweder automatischer Weißabgleich, Pipetten-Tool oder Slider in Lightroom verwenden.
  3. Nach eigenem Geschmack justieren (vielleicht ist der kühle Look ja gewünscht?) – FERTIG!

Weißabgleich in Lightroom – für Fortgeschrittene

Reicht euch nicht? Nicht tiefschürfend genug? Ok! Wenn ihr wirklich professionell unterwegs seid, gibt es noch drei weitere Möglichkeiten, um euch den Nachbearbeitungsaufwand zu reduzieren und den Weißabgleich gleich On Location richtig hinzubekommen.

1. Verwendet eine Graukarte.

Graukarten gibt’s eigentlich überall im Netz zu günstigen Preisen. Achtet darauf, dass das Ding aus Plastik und von einem namhaften Hersteller ist. Ich empfehle die Grau/Weißabgleichskarten von Novoflex, weil ich die auch selber benutze und gute Resultate erzielt habe. Jeder andere renomierte Hersteller ist vermutlich genauso gut.

Ihr macht nun also einen manuellen Weißabgleich (im Weißabgleich-Menü eurer Kamera) und nehmt die Graukarte als Target. TADAAA! Perfekter Weißabgleich. Bitte nicht vergessen, den Weißabgleich bei wechselnden Lichtverhältnissen zu wiederholen! Später könnt ihr in der Nachbearbeitung die Graukarte nochmal als Target für den Weißabgleich in Lightroom wählen und alle Bilder, die mit gleichem Licht entstanden sind, synchronisieren und somit den Weißabgleich noch ein wenig genauer machen – oder ihr seid bereits zufrieden mit dem Anfangsresultat und lasst’s gut sein.

2. Verwendet ein Colour Target

Ein Colour Target ist im Prinzip der große Bruder der Grau/Weißkarte, der nicht nur den Weißabgleich in Lightroom korrigiert, sondern alle Farben im Bild. Es ist eine Farbpalette mit sehr vielen unterschiedlichen Farben. Man macht ein Bild davon und zuhause erkennt Lightroom zusammen mit einem Plugin den Color-Checker im Bild und die Farbabweichung eurer Kamera der Farben vom Soll-Zustand. Anhanddessen wird ein Kameraprofil erstellt und korrekte Farben erzeugt. Hört sich kompliziert an? Ist es auch. Usus bei allen professionellen Shootings.

Ich verwende den X-Rite Passport Color Checker. Cooles, kleines Ding!

3. Weißabgleichs-Objektivdeckel

Ein opaker Objektivdeckel aus Plastik. Dadurch, dass er das Licht komplett zerstreut, muss man nicht einen einzigen (vielleicht gar nicht representativen) Punkt als Farbtarget wählen und dann aufgrund einer Fehlmessung das Procedere wiederholen, sondern erhält einen oft exakteren “Durchschnittswert” der gesamten Szene.

Der Nachteil ist offensichtlich : Wenn ich mit gezieltem “Fremdlicht” (Blitz, Scheinwerfer) arbeite oder das Motiv, das ich anvisiere in einer anderen Lichtstimmung ist als das Umgebungslicht, kann ich den Weißabgleichs-Objektivdeckel vergessen. Ein Durchschnittswert wäre hier Unfug – da muss eine exakte Messung her.

Ich verwende den Weißabgleichs Objektivdeckel von Vibesta. Klein, leicht, günstig und sehr praktisch. Außerdem ist die Kante am Rand recht massiv gearbeitet und schützt euer Objektiv sehr gut gegen Stöße.

Ein Gedanke zu “Weißabgleich in Lightroom

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