Reviews

“Was brauche ich alles, um gute Photos zu machen?” ist eine Frage, die mir (so oder so ähnlich) oft gestellt wird. Ich habe mich deshalb damit befasst und die Ratschläge aufgeschrieben, die ich mir selbst gewünscht hätte, als ich mit der Fotografie begann.

Auf den folgenden Seiten werde ich euch einige der Kameras und Objektive, die ich bereits selbst in Händen hielt oder sogar besitze, näherbringen. Ich werde hier meine subjektiven Eindrücke schildern und kein Pixelpeeping betreiben. Wer “objektive” Grafiken und belastbares Zahlenmaterial sucht, sollte anderswo suchen. Ich beschäftige mich mit dem Gefühl, das mir eine Kamera und die Bilder, die sie liefert, vermittelt. Wer Zahlen vergleichen will, soll Auto-Quartett spielen oder Excel-Tabellen wälzen Reviews

Macht Geld gute  Bilder?

Oft wird angenommen, dass man, um “Profiphotograph” zu sein, möglichst viel höchstpreisige Ausrüstung von Zeiss, Leica, Hasselblad, BW und Manfrotto bräuchte, um gute Bilder zu machen. Unerlässlich ist auch die jeweils neueste Kamera mit möglichst vielen Features – und natürlich Megapixeln! Dieser Irrglaube wird von den Kameraherstellern natürlich genährt und immer mehr Ausrüstungs-Junkies (ja, auch ich *g*) rennen nach Erscheinen eines neuen Kameramodells wie die Lemminge in die Läden. Hält man endlich das Objekt(iv) der Begierde in Händen, weiß man : “Ahh! Endlich wieder ein Schritt auf dem Weg zum Profi!”

FALSCH!

Reviews

Tatsächlich glaube ich, dass es manchmal sogar besser ist, mit möglichst rudimentären Mitteln zu beginnen und zu versuchen, ein gutes Bild zu machen. Bei den ganzen Aufnahmemodi für “Kinderlächeln bei Kerzenschein” oder “weinende Omas bei reflektiertem Blitzlicht” vergisst man oft, dass das entscheidende Glied in der Kette nicht die Kamera, sondern der Photograph selbst ist. Dieser sollte erst einmal jede Möglichkeit seiner Kamera verstanden und ausprobiert haben, bevor er überlegt, eine bessere Kamera zu kaufen.

Es ist wie beim Bau eines Hochhauses : Nur ein solides Fundament lässt einen den Himmel stürmen.

Reduce to the Max : Die Macht des Minimalismus

Ich hatte riesengroßen Spaß, als ich mit meiner alten Sony Alpha 700 und meinem gerade gekauften Minolta 80-200 f2.8 APO (Beiname : “weißer Riese”) in Augsburg unterwegs war und nur mit diesem einen Objektiv und nur einer Blende und nur in schwarzweiß photographierte. Man möchte meinen, aufgrund dieser enormen Einschränkungen wäre kaum was dabei herausgekommen. Das Gegenteil war der Fall. Dadurch, dass ich nicht ständig korrigieren und herumschalten musste, konnte ich mich nämlich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist : Das Bild selbst!

… und Geld kann doch gute Bilder machen

Entgegen dieses lodernden Appells an den Minimalismus gestehe ich, dass meine Phototasche randvoll mit hochwertigen Objektiven ist und gut und gerne 12 kg wiegt. Keines davon ist überflüssig und jedes hat mir hervorragende Dienste geleistet. Wenn man wirklich professionelle Resultate erzielen möchte, braucht man professionelle Ausrüstung  – und die wirklich guten Dinge kosten leider meist viel Geld. Abgesehen davon macht es einfach Spaß Reviews

Es ist aber wie beim Sport : Von 0% auf 50% kommt man rasend schnell und ohne besondere Ausrüstung – auf 85% dauert es schon länger und 100% erfordern unverhältnismäßig hohen Aufwand, jahrelanges Training, das beste Material und eisernen Willen. Wer also seine Bilder nicht auf 1,50 x 1,00 Meter ausdrucken und dabei jeden Pixel frei von Chromatischer Aberration haben möchte und mit klar überdurchschnittlichen 85% “auskommt” (und nur die wenigsten Betrachter werden einen Unterschied erkennen), kann mit relativ preiswerten Methoden saustarke Bilder machen! Oft sehe ich Aufnahmen, die mir den Atem rauben und stelle fest, dass diese mit einer “Hosentaschenknipse” gemacht  wurden. Nicht umsonst wurden die atemberaubendsten Bilder des letzten Jahrhunderts meist mit relativ simplem Equipment gemacht.

Der Inhalt meiner Fototasche (einer Hama “Defender”)

  • Sony Alpha 77 (24 Megapixel, APS-C Sensor, EVF, klappbares Display)
  • Zeiss 24-70mm f2.8 (Unglaubliche Schärfe, Farbwiedergabe, Verarbeitung, rasende Fokussierung auch bei wenig Licht, gute Lichtstärke – aber unschönes Bokeh)
  • Minolta 80-200mm f2.8 APO HS (die besten Farben, die ich je bei einem Objektiv erlebt habe! Perfekter AF – mein Liebling!)
  • Minolta 50mm f1.4 (äußerst lichtstark und abgeblendet auch sehr scharf – aber leider am APS-C Sensor “zu lang”)
  • Minolta 50mm f2.8 Makro (scharfes und kontrastreiches Makroobjektiv – leider ist der Fokus auch für ein Makroobjektiv etwas lahm)
  • Sigma 20mm f1.8  (äußerst lichtstarkes Weitwinkelobjektiv, vollformattauglich, leichte Schwächen bei der Schärfe)
  • Sony HVL-F56AM (enorm leistungsstarker und vielseitiger Systemblitz)
  • diverse Filter ( hauptsächlich Polfilter und UV-Filter)
  • Ladegeräte, Reserveakkus und Speicherkarten
  • externes Mikro, um Videos aufzunehmen
  • einen xRite colorchecker zum Erstellen von Farbprofilen
  • eine Grau- und Weißkarte von Novoflex
  • Blitzzubehör (Diffusor, Ersatzbatterien, Kabel…)

Den meisten Spaß habe ich momentan mit meiner großartigen Fuji X100 und seit neuestem auch mit meiner Fuji X Pro 1, die mit ihrer wundervoll altmodischen Anordnung der Bedienelemente – und nicht zuletzt mit einer unglaublichen Bild- und Farbqualität mein Herz erobert haben. Das ist umso stärker zu betonen, als ich mir eigentlich eine Leica M9 samt Objektiv kaufen wollte und fast getan hätte. Letztlich gaben das bessere Preis/Leistungsverhältnis, der Autofokus (wenn auch langsam), das überragende Rauschverhalten und der ungleich höhere auflösende Monitor den Ausschlag zu Fuji.

Diese beiden Kameras glänzen nicht durch Motivprogramme (es gibt keine), durch schnellen Autofokus (quälend langsam) oder durch ein schlüssiges Menu (die X100 ist etwas verquer) – sondern durch etwas, das viel wichtiger ist : Diese Kameras liefern nicht nur wundervolle Farben und hervorragende Details – sondern sie zwingen einen durch ihr Prinzip der Sucherkamera zur Bildkomposition und durch den Mangel an Automatikprogrammen zur Auseinandersetzung mit den wichtigsten Grundbausteinen eines guten Bildes.

Warum nicht Canon, Nikon, Pentax oder Leica?

Ist Sony so viel besser als Nikon, Canon oder die anderen großen Namen? Nun, um ehrlich zu sein : Wahrscheinlich nicht.

Der Grund, warum ich mit Sony photographiere, war ganz einfach der, dass mir die Bedienung der Kamera am besten lag und dass bei Sony der Bildstabilisator im Kamerabody verbaut ist und somit die Objektive billiger sind. Mittlerweile schmunzle ich über dieses Argument Reviews

Jetzt habe ich einen großen Objektivpark und bin mit der Handhabung so vertraut, dass ich nicht mehr umsatteln möchte. Könnte ich jedoch nochmal von vorne anfangen, würde ich auf Canon setzen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich mit Sony unzufrieden wäre – aber Canon ist Marktführer und deshalb gibt es das umfangreichste Zubehör- und Objektivangebot für Canon Kameras.

 

 

Ein Gedanke zu “Reviews

  1. Sie haben mit Ihrer Aussage zur Fuji X-100 und X-Pro1 den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Ich fotografiere auch schon seit einiger Zeit mit der X-Pro1 und bin so begeistert. Ich habe lange mit der analogen Nikon F3 fotografiert und habe mich an diese einfache Bedienung gewöhnt. Gerade diese einfache Bedienung hat mich bei der X-Pro1 überzeugt. Ob, jetzt der AF etwas langsamer ist, spielt bei mir keine so bedeutende Rolle. Wenn es mal für schnell bewegende Motive geht, dann kann ich die Sony SLT-A65 der Tochter ausleihen!
    Ueber die Bildqualität der Fuji gibt es eh nichts zu meckern. Ich hoffe, dass es bald einen RAW-Converter gibt, der die RAF-Dateien der Fuji X-Pro1 und X-E1 100%tig richtig enwickeln können. Dann wird das Bild optimaler entwickelt werden können, als die JPEG-OOC (out of cam).

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Current day month ye@r *